Voll am Arsch

Wer hätte gedacht, dass gleich der 2. Blogeintrag so eine krasse Überschrift hätte. Aber ich habe mir ja vorgenommen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und so schauen wir heute unter das Blatt an den Popos von Adam und Eva – also nur so in unserer Vorstellung.

Zwei auf Bildern immer so hübsch rundlich geformte Bäckchen bei Männlein und Weiblein. Jeder menschliche Körper hat ihn, den Popo, Bobbes, Allerwertesten, mit dem wir landläufig die beiden Wölbungen überm oberen Ende der Beine so leicht unterhalb und rechts und links von unserem Steißbein bezeichnen und auf dem wir in der heutigen Zeit viel zu oft und lange sitzen – aber das soll uns heute nicht beschäftigen, es soll ja keine Moralpredigt für mehr Bewegung im Alltag werden, obwohl mir das als Lebens- und Therapiebegleiterin wirklich eine Message wert wäre. Aber anyway.

Die Formen von Popos sind so vielseitig wie die Menschen selbst. Einzigartig eben. Und obwohl die meisten von uns auf Ihre Individualität – respektive Einzigartigkeit – stolz sind und diese bewahren wollen, trifft das auf die Einzigartigkeit ihrer Popos sehr häufig nicht zu.

Deshalb plagt mich aktuell die Angst, dass wir demnächst unser meist hingeseufztes „Ich bin voll am Arsch“ (während wir uns auf denselbigen sinken lassen) nicht mehr für ein ausgepowert Sein sondern für eine neue Art von aufgeplustert Sein verwenden werden. Im Sinne von „Ich hab den Arsch voll gekriegt“. Nein – nicht wie Ihr jetzt denkt. Ich meine, die Po-Bäckchen voller aufpolstern lassen. Ein großer Trend, wie mir ein Arzt heute erzählte. Und prompt vermischt sich das im Alltag Erlebte wieder mit einem Thema aus der Yogaphilosophie.

Heute Vormittag habe ich mich mit diversen Quellen der Yogaphilosophie beschäftigt und blieb wieder einmal beim Thema Anhaften haften (wie passend). Wir sollen ja nicht anhaften, weil es Leid verursacht. Und am meisten haften wir an unserem Körper an. Dazu muss man wissen, dass das Menschen- und Weltbild der Yogaphilosophie den Körper als geliehen ansieht. Nichts gehört uns auf dieser Welt. Wir sind Geist und machen Erfahrungen in diesem Körper. Wer dazu mehr wissen möchte, beschäftigt sich am besten mit dem Zweigespann Purusha und Prakriti. Die Materie (also der Körper) wird geehrt und gereinigt und gepflegt und gesund gehalten, aber nur, weil der Geist in ihm wohnt und ihn während der Reise durch diese Welt braucht. Der Körper ist unser guter Freund. Außerdem ist für gewisse spirituelle Erfahrungen eine gute körperliche Grundverfassung und Kraft erforderlich, die wir beispielsweise durch Asana-Praxis, also Körperübungen, erlangen können. Wir sind aber nicht unser Körper.

Wumm! Das ist ja auch krass: Du bist nicht Dein Körper. Aber es ist wahr: Du wirst deinen Körper am Ende deines Lebens verlassen und dein Geist wird seinen Weg weiter gehen. Du hast einen Körper und Du hast jetzt eine enge Beziehung zu deinem Körper. Die Frage ist nur: was für eine? Eine liebevolle? Dann kannst Du Dich glücklich schätzen. Die meisten Menschen nörgeln an ihrem Körper herum und die Industrie der Schönheitsoperateure boomt. Man jagt dem Idealbild eines Körpers und Körperformen und –normen hinterher, die – und das ist jetzt echt wichtig – NICHT von uns selbst gemacht sind. Und was ist gerade einer der Mega-Trends? Richtig: den Arsch auffüllen. Man will „voll am Arsch“ sein. So richtig. Also bildlich.

Jaaaa, gähnst Du, das Körperkult-Thema lässt sich ja intensiv diskutieren und beliebig ausweiten auf Brust- und Peniskorrekturen, Nasen- OPs, Schlankheitswahn etc. Die Liste ist lang. Weiß ich, und Social Media tut ihr´s dazu. Aber die neue Kuh, die durchs Dorf getrieben wird, hat einen prallen Hintern. Die OP dahin ist angeblich nicht einfach und birgt viele Risiken. Und trotzdem boomt die Popopolsterei. Nur um es klar zu stellen: hier geht es ausschließlich um medizinisch und psychologisch nicht notwendige operative Eingriffe im Sinne: „wenn mir meine Beziehung zu meinem Po Schwierigkeiten bereitet, ändere ich den Po so, dass die Beziehung ok sein kann.“ Dabei kann man doch auch ganz einfach, schmerz- und risikofrei an seinem Geist arbeiten, damit die Beziehung zum Körper (Penisse, Vaginas, Brüste, Nasen, Ohren etc. eingeschlossen) ok und vielleicht sogar liebevoll sein kann. Wie bitte? Ja, warum nicht die eigene Einzigartigkeit leben statt Massennorm, von der wir uns doch sonst immer so vehement abheben wollen? Was glauben wir mit einem vermeintlich „schöneren“ genormten Körper erreichen zu können? Bessere soziale Integration? Den perfekten Partner finden? Und was passiert, wenn zwar der Po adam-und-eva-mäßig prall geformt ist, aber wir danach ernüchtert feststellen, dass unser Leben nicht so prall und immer noch das alte ist?

Die Yogaphilosophie sagt: Dass du in diesem Körper geboren wurdest, hat einen Sinn. Er hilft dir bei der Erfüllung deiner Lebensaufgabe, deines Lebenssinns, und beim Erfüllen des Dharmas. Aber identifiziere dich nicht mit ihm. Du bist nicht dein Körper, aber grenzenloser Geist mit grenzenlosen Möglichkeiten. Und ganz nebenbei auch mit der Möglichkeit, Yoga zu praktizieren. Das hilft dann dem Geist UND dem Hintern, fördert also ganz nebenbei eine ymGlueck befindliche Geist-Hintern-Beziehung. Alles andere ist dann für´n ….

Hast Du Lust, die Svastha Yoga-Toolbox für Selbstliebe und Self-Care kennen zu lernen und öfter ymGlueck zu sein? Dann komm gerne vorbei und wir schauen, was Dich weiterbringt.

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